Convectiver Outlook 19-06-2021

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Convectiver Outlook ( Gewittervorhersage ) für Samstag 19-06-2021

Convectiver Outlook

Convectiver Outlook ausgegeben am 19.06.2021 um 11:15 Uhr gültig bis zum 20.06.2021 um 12:00 Uhr

Ein Stufe 2 wird ausgegeben für die Gefahr schwerer Gewitter mit Unwetterpotential. Es kann dabei zu heftigem Starkregen, größerem Hagel und schweren Sturmböen kommen ! Stufe 3 nicht ausgeschlossen ! In der Nacht im Westen Gefahr eines größeren organisierten Gewitterclusters !

Ein Stufe 1 wird ausgegeben für die Gefahr kräftiger Gewitter mit Starkregen, stürmischen Böen und Hagel.

Ein Stufe 0 wird ausgegeben wegen einer möglichen Gewitterwahrscheinlichkeit von 15 %

Wetterlage :

Convectiver Outlook Wetterlage
Bodendruck ( hPa ), 500 hPa Druckniveau Geopotential in Meter mit Strömung in Knoten ( hellblau ) sowie Bodenwind in Knoten ( schwarz )

Deutschland liegt heute im Einfluss einer Tiefdruckrinne, die sich von Skandinavien bis Nordafrika erstreckt. In dieser Rinne sind mehrere kleine Tiefs eingebettet, die mittels eines Frontensystems miteinander verbunden sind. Dabei gelangt zum einen feuchtwarme bis heiße instabile Luft nach Deutschland aber zum anderen auch etwas kühlere, trockenere Luft in den Nordwesten. In der feuchtwarmen Luftmasse können sich zunächst eher orografisch bedingt einzelne kräftige Gewitter auftreten die unter Umständen auch Unwetterpotential erreichen können. Ein antizyklonales Windfeld könnte auf ein kleines Hoch im Warmsektor hinweisen, das die Konvektion hemmen könnte. In der Nacht könnte dann ein größeres organisiertes Gewittersystem auf Deutschland übergreifen. Allerdings zeigen sich einige Unsicherheiten.

Auch am Sonntag können wieder schwere Gewitter auftreten. Dabei greift eine Kaltfront auf Deutschland über, die sich ostwärts verlagert. Im Vorfeld dieser Front liegt noch die schwülheiße Luft während dahinter kühlere stabilere Luft einfliesst.

Synoptik

Radiosondenaufstiege von heute Morgen 8 Uhr zeigen in Teilen des Südwesten weiterhin hohe Energiemengen in Form von dem Most Unstable Cape in Höhe von 700 bis 1000 j/kg sowie ein KO-Index von – 11 K. Bei einem TT-Index von 51 ( Idar Oberstein ) zeigt sich die Gefahr für lokale Schwergewitter. Nach den Wettermodellen sollen sich die hohen Energiemengen ostwärts verlagern und erneut Werte von 500 bis 1400 lokal auch mehr j/kg erreichen. Im weiteren Verlauf steigen auch im Südwesten die Energiemengen deutlich an. Dieses könnte wie in dem Convectiver Outlook erwähnten Gewittersystem, zur Verfügung stehen.

Glaubt man den Wettermodellen so zeigt sich eine sehr starke potentielle Instabilität mit einem KO-Index von bis zu -18 K. Das bedeutet, das ein Auslöser ausreichend ist um daraus Labilität zu erzeugen und die Konvektion in Gang zu bringen. Aus Südwesten steigt zudem die hochreichende vertikale Windscherung deutlich an, wodurch sich kinetische Energie ( Scherungscape ) in Höhe von 400 bis 800 j/kg bilden kann. Zudem zeigen sich erneut Schwellenwerte, die günstig für organisierte Konvektionen sind. Somit sind auch Superzellen möglich. Die bodennahe vertikale Windscherung zeigt sich besonders bei möglichen Zellen auffällig was eine Gefahr für Rotationen zeigen könnte.

In den Abendstunden zeigen sich zunehmend ansteigende Werte des signifikant Tornadoparameter mit Werten bis 2. Diese Werte, teils auch höhere Werte zeigen sich dann auch im Südwesten Deutschlands. Das entspricht einer Zone vom Schwarzwald und dem Oberrhein bis zum nördlichen Rheinland Pfalz und auch der Supercell Composit Parameter schlägt deutlich an. Es werden teilweise Wolkentops von bis zu 14 km in den Berechnungen. Hoch zeigen sich auch die Werte des Energy Helizity Index EHI. Im Zusammenspiel aller Werte scheint es ein erhöhtes Potential für Tornados zu geben.

Typisch für solche Lagen ist ein erhöhter Gehalt an niederschlagbaren Wassers der heute mit Werten von bis zu 40 mm gerechnet wird. Zudem zeigt auch der Large Hail Index deutlich erhöhte Werte was aufgrund der hohen Capewerte durchaus möglich sein kann. Dabei zeigen sich mögliche Korngrößen von 3 bis 5 cm eventuell auch größer. Ein weiteres ist eine erhöhte Gefahr für Downbursts ( Fallwinde ). Es können punktuell auch orkanartige Böen, teils auch Orkanböen auftreten.

Trotz der erhöhten Werte habe ich mich dazu entschieden, kein Stufe 3 ( violett ) auszugeben obwohl diese Stufe möglich wäre. Jedoch gibt es bei den Modellen noch deutliche Unsicherheiten aber so gut wie alle Modelle zeigen ein größeres System, das in der Nacht aus Frankreich her auf Deutschland übergreifen kann und sich nordwärts verlagert.

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