Klimarückblick 2020

Klimarückblick Temperatur 2020
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Jahr 2020 erneut zu warm und etwas zu trocken !

Klimarückblick zeigt erneut zu warmes Jahr in Thüringen

 

Auch das Jahr 2020 war in Deutschland und somit auch in Thüringen deutlich zu warm. Teilweise wurden Jahreswerte mir 2 bis 4 Kelvin über dem Normal ermittelt. Zudem war es in einigen Teilen Deutschlands wieder zu trocken aber nicht so extrem wie in den Vorjahren. Dennoch zeigt sich, das der Gesamtboden bis in 180 cm Tiefe weiterhin deutlich zu trocken ist.

Klimarückblick Temperatur 2020 Thüringen

Klimarückblick Temperatur 2020

Diese Grafik zeigt den Temperaturunterschied zum Normalwert. Dabei werden die Differenzen in Kelvin angegeben und wir sehen ein Maximum von 2.8° K und ein Minimum von 1.5° K. Kelvin ist die internationale Maßeinheit und ist vor allem für die Wissenschaft relevant. Beim Wetter wird so die thermodynamischen Werte angegeben wie auch die Differenzen. In diesem Fall bedeutet das, das die Temperaturen zwischen 1.5 und 2.8 Grad über dem normalen Mittel lagen und somit war das Jahr 2020 deutlich zu warm. Vor allem Richtung der Rhön wurden deutliche Abweichungen ermittelt. Punktuell auch zwischen Weimar und Apolda und im Bereich Gera.

Klimarückblick Temperatur Deutschland

Klimarückblick Temperatur 2020 Deutschland

Thüringen war nicht alleine zu warm sondern in ganz Deutschland war das Jahr 2020 zu warm. Dabei zeichnet sich das Saarland mit der stärksten Abweichung von 3.8 Kelvin. Aber auch sonst gab es vielerorts Abweichungen von über 2 Kelvin. Die niedrigsten Abweichungen wurden überwiegend in Bayern und dem östlichen Baden Württemberg festgestellt. Selbst die Küstengebiete an Nord- und Ostsee waren zu warm.

Klimarückblick Diagramm Temperaturabweichung und Prognose

Klimarückblick Temperaturdiagramm

Schaut man sich die Temperaturkurve an so sieht man das die letzten Jahre immer wieder zu warm ausgefallen sind und auch der Trend bis 2050 zeigt das die kommenden Jahre immer milder ausfallen können. Selbst das 30-jährige Mittel ( blaue dicke Linie ) ist deutlich oben angesiedelt. Die Zukunft wird erstellt aus verschiedenen Klimamodellen. Dabei sehen wir, das alle Modelle die Erwärmung im Programm haben.

Klimarückblick Niederschlag 2020 Thüringen

Klimarückblick Niederschlag 2020 Thüringen

In einigen Regionen war es auch 2020 wieder zu trocken allerdings gab es keine Extremwerte und in den weißen Regionen waren wir sogar fast im jährlichen Niederschlagssoll. Es gab auch punktuelle Ecken wo es sogar zu nass war. Das kam aber oftmals durch konvektive Ereignisse ( Starkregenschauer und Schwergewitter ). Der flächendeckende Landregen, der eigentlich wichtig wäre ist überwiegend ausgeblieben. So konnte das Wasser nicht gleichmäßig versickern und ging somit vor allem den tieferen Bodenschichten verloren. Zudem gab es oftmals zu hohe Verdunstungsraten was durch den Niederschlag nicht ausgeglichen wurde. Dieses sehen wir nun auf der folgenden Grafik.

Bodenfeuchte Thüringen Dürremonitor
Je dunkler die Färbung desto stärker die Dürre

Der Gesamtboden bis 180 cm Bodentiefe ist in vielen Regionen deutlich zu trocken und so zeigt sich vielerorts immer noch eine aussergewöhnliche Dürre. Nur zwischen Erfurt und Weimar sowie südlich davon ist die Dürre nicht ganz so ausgeprägt. Dabei hätten die Pflanzen im Sommer sogar regelrechten Wasserstress was aber aufgrund der Winterruhe nicht vorhanden ist. Selbst der derzeitige Schnee wird es nicht ausgleichen können.

Klimarückblick Niederschlag 2020 Deutschland

Klimarückblick Niederschlag Deutschland 2020

Auch Deutschlandweit zeigen sich viele Regionen, in denen das Jahr zu trocken ausgefallen ist wobei es aber keine extremen Abweichungen gab. Es gibt sogar zwei Ecken in denen es etwas zu nass war. Die weißen Flächen zeigen keine oder eine minimale Abweichung vom Jahressoll.

Niederschlagsdiagramm Deutschland

Der Trend zeigt in diesem Klimadiagramm für Deutschland, das es teils gleich bleiben wird, teils auch zu nasse Jahre folgen können. Dieses liegt an der erwarteten Erwärmung denn warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Kaltluft und mehr Feuchtigkeit in der Luft bedeutet auch möglicherweise mehr Energie und dementsprechend die mögliche Gefahr zunehmender Starkregenereignisse. Das ist jedoch Zukunftsmusik und bleibt abzuwarten.

Im Allgemeinen zeigt sich bei uns in Thüringen wie auch in Deutschland der klare Trend, das die Temperaturen in den kommenden Jahrzehnten weiter ansteigen werden. In wie weit sich das auf unser Wettergeschehen auswirkt bleibt abzuwarten aber durch die Möglichkeit der Warmluft mehr Feuchte aufzunehmen müssen wir uns auch auf mehr Niederschlag einstellen und vor allem mehr Starkregenereignisse.

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Über Udo Karow 296 Artikel
1975 in Siegburg geboren. 1992 Hauptschulabschluss Hauptschule Kaarst-Büttgen. Mitarbeiter im Sicherheitsdienst Zertifizierung nach §34a IHK-Nürnberg 2003. Seit 2009 Hobbymeteorologe. Seit 2013 als ehrenamtlicher Meteorologe bei Unwetteralarm GmbH. Erfahrung in der Wettervorhersage sowie der Unwettervorhersage, Synoptik, Kartenmeteorologie, Radar- und Satellitenmeteorologie.

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