Prognose Großwetterlage

Großwetterlage Jetstream
Jetstream (gelb ), Starkwindband in etwa 10 km Höhe
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Großwetterlage zeigt mögliche Westwetterlage kommende Woche

Westwetterlage könnte viele Tiefs mit Wolken, Wind und Regen bringen

 

Blick auf den Jetstream

Großwetterlage Jetstream
Jetstream (gelb ), Starkwindband in etwa 10 km Höhe

Der Jetstream, verläuft in ca. 10 km Höhe und beeinflusst das Wetter über der Nordhalbkugel und somit auch unser Wetter. Dabei ist es wichtig zu erkennen, wie der Jetstream ausgerichtet ist und wie stark dieser ist. Tiefs aber auch Hochs werden gerne von dem Jet gesteuert und vor allem schnellziehende Tiefs ( sogenannte Schnellläufer ) richten sich nach dem Jet und können innerhalb 24 Stunden ohne Intensivierung oder Abschwächung bis zu 1000 km zurück legen. Solche Schnellläufer können dann oftmals zu Sturm- oder Orkantiefs werden. Orkan Lothar Weihnachten 1999 ist das beste Beispiel.

Dabei zeigt das Strömungsmuster des Jets oftmals ein auf und ab wie eine Berg- und Talfahrt. Dabei handelt es sich um Tröge und Keile / Höhenrücken. Die Lage derer Achsen ist nicht unwichtig denn vor der Achse eines Troges und Rückseite des Keiles herrscht Hebung und somit Druckabfall am Boden was eine perfekte Umgebung für Tiefdruckgebiete ist und zwischen einem Trog und einem nachfolgenden Keil herrscht Absinken und somit Druckanstieg.

Zudem herrscht auf der Vorderseite des Troges Warmluftadvektion und auf der Rückseite Kaltluftadvektion. Der Jetstream trennt kalte Luft im Norden von warmer Luft im Norden und es kommt oftmals vor, das der Jetstream die Frontalzone überlagert. Im Bereich der Frontalzone drängt Kaltluft nach Süden und Warmluft nach Norden. Dabei entsteht eine Störung aus der sich im weiteren Verlauf ein Tief mit Warm- und Kaltfront bilden kann und mit dem Jet zieht bzw. in direkter Umgebung.

Dabei ist auch die Verteilung von möglichen steuernden Druckgebiete wichtig. Denn bei uns gibt es in der Regel zwei Hauptdruckgebiete, die für unser Wetter bestimmend sind. Dabei unterscheiden wir das Islandtief und das Azorenhoch. Wie der Name schon sagt, liegt das Islandtief über oder in der Umgebung von Island und das Azorenhoch im Bereich der Azoren. Das Azorenhoch wirkt sich auf der Südflanke auf die Zugbahn der tropischen Wirbelstürme über dem Atlantik aus. Zwischen Azoren und Island gibt es dabei nicht nur einen Temperaturunterschied sondern auch einen Druckunterschied. Dieser nennt sich NAO-Index ( nordatlantische Oszillation ).

Bei einem positiven Wert liegt über Island das besagte Tief und das Azorenhoch über den Azoren. Dazwischen herrscht dann eine Westströmung und in der Höhe dann der Jetstream. Je größer dieser Unterschied, desto positiver der Wert und desto stärker die Strömung. Dieses bedeutet für uns oftmals wechselhaftes, teils regnerisches Wetter und ein Wechsel aus Warm- und Kaltphasen mit möglicher Sturmgefahr. Bei einem negativen Index ist die Lage der Druckgebiete umgekehrt und es entsteht gerne eine Blockade in Form eines kräftigen Hochs im Bereich britische Inseln. Tiefs werden dadurch nach Süden gelenkt und beeinflussen den Mittelmeerraum mit Sturm- und Unwettergefahr. Bei uns herrscht dagegen oftmals kaltes trockenes Wetter aber auch Tiefs aus Norden können zu uns gelangen und eventuell sogar Schneebringer werden.

NAO-Index

nordatlantische Oszillation NAO

Wir sehen hier die Grafik des NAO-Index. Dabei werden verschiedene Prognosezeiträume angegeben und überwiegend das 500 hPa Niveau angegeben da hier der sogenannte Mid Level Jet zu finden ist. Dabei erkennt man das die Linien in Richtung positiven Bereich wandern sollen. Das könnte dementsprechend ein möglicher Hinweis auf die Belebung des Atlantik sein mit zunehmender Tiefdruckaktivität über dem Atlantik. Schauen wir nochmals auf den Jetstream für die kommende Woche, so sehen wir die mögliche Westströmung mit einer zunehmend kräftigen Höhenströmung. In wie weit sich das ganze nun auf unser Wetter auswirkt ist noch unklar aber in der kommenden Woche wird Deutschland auf einer Tiefvorderseite gerechnet und somit unter Warnluftzufuhr.

Man nimmt aber zur Beurteilung der Wetterlage auch die arktische Oszillation der den Zustand des Polarwirbels der ebenfalls, sich auf unser Wettergeschehen und dem Atlantik auswirkt. Bei einer positiven Entwicklung haben wir einen eher gesunden Polarwirbel und das spricht eher für eine atlantisch geprägte Wetterlage. Ein negativer Wert deutet darauf hin, das sich der Polarwirbel verlagert hat und dabei auch die Druckgebiet umgelenkt werden. Bei einem schwachen Polarwirbel kann sich gerne ein kräftiges Hoch über dem Nordatlantik und Westeuropa aufbauen. Für Deutschland hätte es eine eher trockene kalte Winterwetterlage zur Folge aber auch Schneetiefs im Winter wären denkbar die von Norden her aufziehen.

arkrische Oszillation

Wir sehen, das sich dieser Index, ähnlich ausgerichtet ist, wie der NAO-Index und für einen möglichen zunehmend kräftigen Polarwirbel spricht. Dieses wiederum könnte die Entwicklung der Westwetterlage bestätigen.

 

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Über Udo Karow 275 Artikel
1975 in Siegburg geboren. 1992 Hauptschulabschluss Hauptschule Kaarst-Büttgen. Mitarbeiter im Sicherheitsdienst Zertifizierung nach §34a IHK-Nürnberg 2003. Seit 2009 Hobbymeteorologe. Seit 2013 als ehrenamtlicher Meteorologe bei Unwetteralarm GmbH. Erfahrung in der Wettervorhersage sowie der Unwettervorhersage, Synoptik, Kartenmeteorologie, Radar- und Satellitenmeteorologie.

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