Stürme, Orkane und der NAO-Index

Anhand verschiedener Indizien kann man einen möglichen Entwicklungstrend der Großwetterlage erkennen. Dabei gibt es unter anderem den NAO-Index. Das ist die Nordatlantische Oszillation und beschreibt den Druckunterschied zwischen Reykjavik auf Island und Ponta Delgada auf den Azoren. Durch ( Rogers 1984 ) wurde nach einer groben Einteilung durch die Bestimmung der genannten Orte der NAO-Index verfeinert. Hierbei geht es um Anomalien des Luftdrucks über Island und den Azoren, die jeweils negativ miteinander korriliert sind. Dabei tritt ein verstärktes Islandtief immer zusammen mit einem überdurchschnittlichen hohem Luftdruck über den Azoren auf, was einer positiven positiven Anomalie, d.h. hohem Wert des NAO-Index, entspricht, und umgekehrt.

Ein positiver Index bedeutet für uns in Deutschland eine überwiegend westliche Strömung, also eine Westwetterlage, von dem die Wettersysteme vom Atlantik herkommen. Diese Wetterlage ist bei uns durch ein Wechselspiel zwischen Tiefs und Zwischenhochs sowie Warm- und Kaltluftadvektion gekennzeichnet. Dabei können sich oftmals gerne Sturmtiefs bilden die dann vom Ostatlantik über die britischen Inseln zur Nordsee ziehen können und oftmals zeichnet sich ein starker Jetstream unter dem sich gerne Schnellläufer entwickeln können die innerhalb kurzer Zeit große Distanzen überwinden können ohne das sich der Kerndruck signifikant verändert ( Orkan Lothar 1999 ).

Bei einem negativen Index sind die Verhältnisse umgekehrt und die atlantischen Tiefs verlagern sich zum Mittelmeer, was dort oftmals signifikante Unwetterlagen auslösen kann. Über den britischen Inseln bis hin nach Island kann sich ein blockierendes Hochdruckgebiet bilden was Mitteleuropa von der Beeinflussung atlantischer Tiefs blockiert und oftmals eine kalte Nordlage auslösst. Auch das Skandinavienhoch mit seiner Nordost- oder Ostlage ist oftmals an einem negativen NAO gekoppelt aber nicht immer.

Dann gibt es noch die arktische Oszillation die ebenfalls eine Rolle spielt. Er beschreibt die Anomalien zwischen 1000 hPa und 700 hPa im Bereich 20° der arktischen Region. Dieses scheint auf den Polarwirbel anzuspielen was ich aber noch ergründen will. Es zeichnet sich aber aus, das viele signifikante Wetterereignisse auf einen positiven AO zurück zu führen ist wie gleich die nachfolgenden Grafiken zeigen werden.

Beim NAO-Index ist es nicht ganz so. Hier sind zwar einige signifikante Ereignisse im deutlich positiven Indexbereich zu finden allerdings nicht alle. Beispiel Kyrill und Emma fanden im Bereich eines eher negativen NAO,s statt aber bei einem positiven AO-Index.

Vergleicht man die hier eingezeichneten Stürme und Orkane sieht man, das hierbei vor allem ein positiver AO-Index hervorsticht. Bei Kyrill und Emma war der NAO-Index fast neutral bis sogar negativ aber im AO-Index zeigte sich eine deutliche positive Anomalie. Bei den anderen überwiegend das selbe Spiel. Bei der Sturmflut an der Nordsee 1962 war der NAO-Index negativ und der AO-Index fast neutral. Dabei würde sich erklären das eine nordwestliche bis nördliche Strömung das Meerwasser gegen die Küste gedrückt hat und mit dem Sturm die signifikante Sturmflut auslösste.

Die Nichtvorhersagbarkeit des zonalen Index und das stark wachsende Forschungsgebiet der numerischen Wettervorhersage ließ den NAO-Index fast in Vergessenheit geraten bis der Indexzyklus in den 1990er Jahren eine Renaissance erlebte. Dies kam aufgrund einer verstärkten Klimaforschung zustande. Hense und Glowienka-Hense ( 2008 ) wiesen in der Fortbildungsreihe PROMET des deutschen Wetterdienstes darauf hin, dass die NAO kein räumlich stationäres Gebilde darstellt, sondern durch eine Nordost-Südwest Verlagerung des Islandtiefs und des Azorenhochs geprägt ist.

Im übrigen gilt eine Faustregel, das der NAO-Index bei uns eine Rolle spielt wenn der skandinavische Winter startet.

North Atlantik Oszillation NAO

Diese Grafiken zeigen den aktuellen Stand und die Prognose des NAO und des AO und man sieht bei beiden den vorhergesagten Kaltlufteinbruch durch eine Nordströmung und hohem Druck zwischen Island und den britischen Inseln.

Das zeigt auch die Wetterlage am Sonntag, wie hier von ICON

Zusammengefasst kann man sagen :

positiver Index : 

oftmals Westwetterlage mit einem ausgeprägten Wechselspiel von Kaltluft und Warmluft sowie Tiefausläufer und Zwischenhochs. Bei uns bedeutet dieses wechselhaftes, nasses und windiges Wetter mit einer erhöhten Gefahr für mögliche Stürme. In den Kaltluftgebieten sinkende Schneefallgrenzen und Aprilwetter. Tiefdruck im Bereich Island und Hochdruck Bereich Azoren. Ruhiges Wetter meisst über dem westlichen Mittelmeerraum und der iberischen Halbinsel.

negativer Index :

hoher Druck zwischen Island und den britischen Inseln. Oftmals blockierendes Hoch. Tiefdruck über den Azoren bis hin zum Mittelmeerraum. Vielfach starke Regenfälle und Gewitter sowie Gefahr von Stürmen über Südeuropa. Bei uns oftmals ruhiges trockenes Wetter, teils aber durch eine Nordströmung kalte Wetterlage. Teils sogar Nordost bis Ost mit Zufuhr kontinentaler trockener Kaltluft. Oder aber kleine Tiefs die von Norden her nach Deutschland ziehen und Schneeregen oder Schneefälle bringen kann.

 

Literatur : synoptische Meteorologie Bott

NOAA

Link : NAO-Index

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