umfangreiches kräftiges Hoch über Russland

Über Russland über dem Bereich Sibirien erstreckt sich aktuell ein massives Hochdruckgebiet mit einem Kerndruck von leicht über 1050 hPa. Es führt über seine Ostflanke Kaltluft südwärts und über die Südflanke in Richtung Osteuropa. Im Bereich des Kerns erreichen die Tageshöchstwerte kaum die -20 Grad und bleiben sogar darunter. Der Gegenspieler ist ein umfangreiches Tiefdrucksystem über dem atlantischen Ozean mit einem Kerndruck von 989 hPa. Zwischen beiden liegt eine Distanz von ca. 5700 km und ein Unterschied von 67 hPa. das entspricht in etwa ein Luftdruckunterschied von 0.011 hPa / km. Dabei zeigen sich auch von den Temperaturen her typische Gegensätze wie z.B. +7°C im Tiefkern und -24°C im Kern des Russlandhochs. Ein weiteres ist der Unterschied zwischen Nord und Süd. Sprich zwischen Island und den Azoren. Hierbei zeigt sich ein zunehmend kräftiges Hoch bei den Azoren und das atlantische Tief, das sich bis Island erstreckt. Zwischen Grönlandhoch und Azorenhoch herrscht zu dem ein Temperaturunterschied von -27°C und +21°C also eine Differenz von -48°C. Diese Kenntniss zwischen den Differenzen von Nord und Süd kann uns Hinweise geben, wie stark der Jetstream ausfallen kann. Denn nimmt man nun die Differenz zwischen Grönland und den Azoren in der Höhe des Jets, so hat man gerade mal einen Wert von -20 Grad. Somit haben wir einen deutlich geringeren Wert in der Höhe als am Boden was jedoch nicht unnormal ist da die Höhe nicht vom Boden oder Wasser beeinflusst wird. Bei Kyrill z.B. betrug der Unterschied in 300 hPa fast den gleichen Wert als wie wir ihn aktuell haben, nämlich ein Unterschied von -21°C. Allerdings betrug die Differenz am Boden Rund -62°C. Selbst bei Orkan Emma gab es eine Differenz von -57°C zwischen Grönland und den Azoren.

 

Es lässt sich als festtellen, das der horizontale Temperaturunterschied durchaus bei möglichen kräftigen Tiefs eine Rolle spielt. Druckgegensätze sind dabei vor allem innerhalb geschlossenen Isobaren von Sturmtiefs denn je stärker der Unterschied zwischen der äusseren geschlossenen isobare und der Kernisobare ist desto stärker wehr der Wind. Das gleiche gilt ausserhalb der Druckgebiete zwischen zwei verschiedenen Punkten / Orten. Beispiel Emma mit 985 hPa an der deutschen Bucht und 1015 hPa am Alpenrand, also 30 hPa Unterschied. Das war ein Unterschied von 740 km und somit ein Druckunterschied von 0.04 hPa pro km. Bei Kyrill waren es 0.02 km allerdings bei einem Abstand von 600 km.

Nun in der aktuellen Wettersituation sind die Abstände des mächtigen Hochs und dem atlantischen Tiefs weit auseinander so das hier dieser Abstand nur eine unwesentliche Rolle spielt und man hier auf die geschlossenen Isobaren achten sollte. So hat das Russlandhoch zwischen Kernisobare und der ässeren geschlossenen Isobare einen Abstand von 1230 km mit einem Druckunterschied von 23 hPa. Somit ist der Druckunterschied für stürmische Verhältnisse eher zu gering. Das sieht man auch an der Prognosekarte des Mittelwindes, was dort Windgeschwindigkeiten von gerade mal 5 bis max. 10 Knoten rechnet. Wir erinnern uns : Die Definierung für Sturm liegt bei 45 Knoten.

Bei der heutigen Lage zeigt sich ein Starkwindfeld an der Süd- bis Südwestflanke des atlantischen Tiefs und zwischen dem Kerndruck und der äusseren Isobare liegt ein Unterschied von 26 km auf ca. 1000 km ( ca 0.026 hPa / km ). Wir sehen das Kyrill einen ähnlichen Druckunterschied hatte allerdings auf eine noch weit kürzeren Distanz. Nun wir sehen das Druckunterschiede, Temperaturunterschiede und die Distanzen eine große Rolle spielen bei der Entwicklung von Starkwindfeldern oder Stürmen. Es sei jedoch klar gesagt das auch weitere Faktoren eine wesentliche Rolle spielen.

Zusammengefasst kann man sagen, das nicht alleine die Unterschiede zwischen Hoch und Tief eine große Rolle spielen, wie stark der Wind weht sondern das auch viele weitere Faktoren eine Rolle spielen. Im Winter gibt es die Faustregel das der Wind in 850 hPa ( ca. 1.44 km ) den Böen in ca. 300 Metern Höhe entspricht. Allerdings spielt es eine Rolle wie die Luftmasse geschichtet ist. Bei stabileren Warmsektoren finden Sturmböen überwiegend auf den offenen Meeresflächen und in den Gebirgen statt. Bei Kaltluftsektoren, Kaltfronten oder in Trögen sieht es anders aus, da hier meisst instabile Verhältnisse vorzufinden sind. Dadurch können mittels vertikalen Impulstransport die Höhenwinde herabgemischt werden was meisst bei Schauern- und Gewittern passiert.

 

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Über Udo Karow 257 Artikel
1975 in Siegburg geboren. 1992 Hauptschulabschluss Hauptschule Kaarst-Büttgen. Mitarbeiter im Sicherheitsdienst Zertifizierung nach §34a IHK-Nürnberg 2003. Seit 2009 Hobbymeteorologe. Seit 2013 als ehrenamtlicher Meteorologe bei Unwetteralarm GmbH. Erfahrung in der Wettervorhersage sowie der Unwettervorhersage, Synoptik, Kartenmeteorologie, Radar- und Satellitenmeteorologie.

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