Westwetterlage beeinflusst zunehmend Mitteleuropa ! Sturmgefahr steigt !

Zwischen Island und Irland hat sich ein hochreichendes Tiefdrucksystem eingenistet das auch im Bereich des Jetstreams in ca. 9 bis 10 km Höhe nachweisbar ist. Der Hauptakteur im Bodendruckfeld ist dabei das Tief Lysander. Über Südengland sehen wir noch den Kern des ehemaligen tropischen Sturms Humberto. Im Vorfeld erstreckt sich eine Mischfront ( Okklusion ) die von Ungarn über Deutschland bis zur norwegischen See verläuft. Anhand der Strömungslinien in 500 hPa ( ca. 5 bis 6 km Höhe ) zeigt sich deutlich die westliche Strömungskomponente zwischen hohem Druck Richtung der Azoren und dem Tiefdrucksystem bei Island. Dabei zeigt sich ein Mid Level Jet und der Polarjet genau über dem Ostatlantik von West nach Ost gerichtet. Das Tiefdrucksystem liegt dabei leicht auf der hebungsfördernden linken Seite des Jets wo sich dementsprechend positive Vorticity und Druckabfall zeigen kann. Es wird jedoch nicht reichen um das Tief Humberto zu halten denn dieses Tief wird in das Zirkulationsmuster von Lysander aufgenommen. Der Gegenspieler der Tiefs ist zum einen das Azorenhoch aber zum anderen auch ein hochreichendes Hochdrucksystem an der norwegischen Küste dessen Bodenhoch zu Hoch Inge gehört. Jedenfalls wird sich dabei ein größerer horizontaler Gradient beim Geopotential aber auch im Bodendruck zeigen was sich dementsprechend beim Verhalten des Windes wiederspiegelt denn es können sich immer wieder Starkwindfelder entwickeln. Zum überwiegenden Teil ist eine recht milde aber auch feuchte Luftmasse in der Grosswetterlage wetterwirksam was sich selbst über Island zeigt wo die Temperaturen zum Beispiel in Reykjavik zweistellig sind.

Westwetterlage beinflusst Europawetter

Am Donnerstag hat sich Tief Lysander weiter ausgedehnt und hat, wie bereits erwähnt, Tief Humberto in sein Zirkulationsmuster aufgenommen. Dabei erstreckt sich ein Frontensystem von Island über der Nordsee und Frankreich wieder zurück auf den Ostatlantik. Zudem zeigt sich anhand der Strömungslinien das weiterhin die Westwetterlage wetterbestimmend ist. Der Jetstreak hat sich dabei weiter nach Westeuropa verlagert. Das Tiefdrucksystem ist weiterhin in allen Druckschichten nachweisbar und hält einen stärkeren Gradienten des Geopotentials und des Bodendrucks aufrecht. Dadurch wird auch der Wind weiterhin ein Thema bleiben. Auf der Rückseite des Systems versucht deutlich kältere Luft südwärts zu strömen mit Temperaturen von teils unter 0 Grad im 850 hPa Drucklevel ( ca. 1.44 km Höhe ). Ob diese Kaltluftmasse auch Deutschland erreicht ist derzeit sehr unsicher. Die Sturmgefahr bleibt weiterhin bestehen. Bis Freitag verlagert sich der Höhentiefkern zu den britischen Inseln und somit bleibt auch das zugehörige Tiefdrucksystem bestehen und vertieft seinen Kern über den britischen Inseln. Es gibt derzeit eine Berechnung des europäischen Modells das in der Nacht zu Montag ein kräftiges kleinräumiges Sturmtief sieht mit einen Starkwindband über Deutschland. Dabei werden Orkanböen gerechnet. Das amerikanische Modell rechnet das Tief auch aber weiter nördlicher und schwächer. Ob es zu einem Sturm kommt bleibt abzuwarten aber aufgrund des Gesamtmusters der Wetterlage ist es nicht ganz so unwahrscheinlich. Vor allem an den Küsten und auch in den Hochlagen wird es zunehmend windiger.

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Über Udo Karow 267 Artikel
1975 in Siegburg geboren. 1992 Hauptschulabschluss Hauptschule Kaarst-Büttgen. Mitarbeiter im Sicherheitsdienst Zertifizierung nach §34a IHK-Nürnberg 2003. Seit 2009 Hobbymeteorologe. Seit 2013 als ehrenamtlicher Meteorologe bei Unwetteralarm GmbH. Erfahrung in der Wettervorhersage sowie der Unwettervorhersage, Synoptik, Kartenmeteorologie, Radar- und Satellitenmeteorologie.

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