windig, nass, mild

Der Blick auf die Wetterlage

isobarenkarte europa mit fronten

Mitteleuropa liegt aktuell unter dem Einfluss eines umfangreichen Tiefdrucksystem, das aus dem ehemaligen tropischen Sturm Sebastien hervorgegangen ist. Dieses Tief schaufelt warme, feuchte Luft nach Mitteleuropa aber gleichzeitig sickert über die Westflanke Kaltluft ein die sich am Boden aber nicht durchsetzt. Dadurch wird es vor allem von den britischen Inseln, über den Benelux und der Westhälfte Deutschlands bis Frankreich und der iberischen Halbinsel sehr mild. Die Mischfront über Mitteleuropa sorgt aber auch für viele Wolken und Niederschläge. An der Südflanke des Tiefs zeigt sich ein deutlicher Druckunterschied was sich besonders über dem englischen Kanal zwischen Frankreich und England am Wind bemerkbar macht denn es sind Sturmböen, teils auch schwere Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen möglich. Dieses Sturmfeld ist allerdings sehr klein so das über weite Teile Frankreichs und den Benelux sowie Deutschland nur starke bis stürmische Böen zu erwarten sind. In den Bergen zunehmend Sturmgefahr. Vor allem zwischen Belgien und Norddeutschland sowie Teile der Niederlande könnten es heute mit labilen Verhältnissen zu tun bekommen. Hierbei sind nicht nur Schauer möglich sondern auch einzelne Gewitter.

Das Höhenwetter 850 & 500 hPa Geopotential

Die Karten zeigen die Situation im Bereich der planetarischen Grenzschicht ( 850 hPa ) sowie der oberen mittleren Schicht ( 500 hPa ). Hierbei zeigt sich der erwähnte labile Bereich im Westen anhand der vertikalen Temperaturunterschiede. Denn über NRW sind in 850 hPa ( ca. 1200 Meter ) 3 Grad Celsius drin aber in 500 hPa ( ca. 5300 Meter ) -26 Grad Celsius was einen vertikalen Temperaturunterschied von -29 Grad Celsius ausmacht, was wir den Delta T nennen. Somit sind die Bedingungen für eine deutliche Destabilisierung gegeben und somit der Labilisierung. Konvektive Ereignisse wie Schauer und auch Gewitter sind möglich, bei dem die Höhenwinde aus 850 hPa eventuell auch 700 hPa herabgemischt werden können. In diesem Fall können in Schauer und Gewitternähe stürmische Böen eventuell auch Sturmböen auftreten. Zwischen der Mitte Deutschlands über Frankreich und der iberischen Halbinsel zeigen sich Starkwindabschnitte in 500 hPa die den Schwellenwert zum Mid Level Jet deutlich erreichen und überschreiten. Dabei kann es im Gegensatz zu den unteren Luftschichten zu einer vertikalen Geschwindigkeitsscherung kommen, die jedoch ohne konvektive Ereignisse kaum zum Zuge kommt. Auch der Jetstream ist vorhanden. Er liegt mit seinem Jetstreak über Südeuropa und Nordafrika. Das Tief über den britischen Inseln liegt dabei am linken Jetauszug und somit unter einer Höhendivergenz die im Gegenzug am Boden eine Konvergenz auslösst was wiederum Hebung und Druckabfall begünstigt. Hierbei kann das Tief profitieren wodurch sich der Kerndruck auf 978 hPa verringern kann und dann halten kann. Diese Hebung aber auch daraus resultierende positive Vorticity Advektion kann die Schauer- und Gewitterbildung im Westen sogar noch unterstützen. Wie am Boden zeigt sich auch in der Höhe die Kaltluft- und Warmluftadvektion deutlich. Je heller desto milder ist die Höhenluft. Hier sind dann auch stabile Verhältnisse zu erwarten und ein deutlich geringeres Risiko für Schauer oder Gewitter. Jedoch kann sich in diesen Bereich flächendeckender Niederschlag bilden. Wir nennen es stratiförmiger Niederschlag ( Flächendeckend ).

Fazit :

Heute wird uns das zunehmend windige wechselhafte Wetter erhalten bleiben und auch am morgigen Donnerstag bleibt es beim windigen unbeständigen aber milden Wetter. Vor allem in Hochlagen oberhalb 800 Meter besteht eine deutliche Gefahr für Sturmböen, oberhalb 1000 Meter auch schwere Sturmböen eventuell auch orkanartig wie im Hochschwarzwald. Zudem kann es im Westen heute einzelne Gewitter geben.

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