Zeitstrahl des Wetterprognosen

zeitstrahl wetterprognosen und sicherheiten

Weisse Weihnacht, Hochwasser, milde Weihnacht ! Was ist davon zu halten ?

Derzeit liest man ja wieder zahlreiche Meldungen zu unserem Weihnachtswetter. Der eine ruft ein frühlingshaftes Weihnachtsfest aus und der andere lässt arktische Luft einfliessen und wieder andere meinen es kommt ein Hochwasser oder Megasturm. Wir haben Ende November und was ist davon zu halten.

 

Es gibt in der Meteorologie verschiedene Prognosezeiten / synoptische Zeiten. Dabei spricht man zum Beispiel vom Nowcast, Kurzfrist, Mittelfrist oder Langfrist. Dabei kann man einen recht einfachen Zeitstrahl darstellen.

  •  0 – 2 Stunden = Nowcast ( Wichtig bei Gewitterlagen – Grundlagen : Radar, Satellit, Stationsdaten, Radiosondenaufstiege )
  •  0 – 72 Stunden = Kurzfrist ( sicherster Zeitraum für Wetterprognosen
  •  0 – 240 Stunden = Mittelfrist ( zunehmend unsicher = eher für Trends geeignet )
  •  0 – 300 Stunden = erweiterte Mittelfrist ( unsicher bis sehr unsicher )
  •  über 300 Stunden = Langfrist ( absolut unsicher / Glaskugelbereich ) / Prognose eher unbrauchbar

 

Selbst in unserer heutigen modernen Zeit ist es nicht möglich eine exakte Prognose über einen größeren Zeitraum zu bieten. Seriös sind Prognosen bis 72 Stunden bis maximal 240 Stunden wobei erwähnt werden sollte das in der Mittelfrist die Unsicherheit deutlich ansteigt. Zum anderen werden am Tag die Modell immer wieder erneut gerechnet und können innerhalb weniger Stunden völlig anders aussehen. So kann zum Beispiel im Morgenlauf ein Orkan gerechnet werden, der im Mittagslauf aber schon wieder weggerechnet ist. Zum anderen gibt es verschiedene Wettermodelle die auch unterschiedliche Auflösungen haben. Mit Auflösung ist das Gitternetz gemeint womit die Topografie besser erfasst werden kann.

Wir sehen hier die gerechnete Wetterlage für den heutigen Mittag um 13 Uhr unserer Ortszeit. Das Wettermodell ist das Globalmodell GFS der Amerikaner das eine recht grobe Auflösung hat. Zudem sieht man den Modellauf und den Zeitabstand von der Modellausgabe ( hier 06 UTC + 6 Stunden ). In einem kurzen Zeitraum sehen die verschiedenen Wettermodelle recht ähnlich aus.

Schauen wir nun mal in die Mittelfrist und vergleichen das amerikanische und das europäische Modell. Als Zeitraum habe ich den 4 Dezember gewählt.

Hier sieht man, wie schnell verschiedene Modelläufe völlig anders aussehen. Das amerikanische Modell GFS zeigt zum Beispiel ein kräftiges Tief über dem nördlichen Schweden ( unten ) und ein Hoch westlich der Biskaya. Zudem ein kräftiges Tief zwischen Tunesien und Sizilien. Dabei eine Hochdruckbrücke über Süddeutschland zwischen einem Hoch über der Ukraine und dem erwähnten Hoch westliche der Biskaya. Dieses würde zu einer südwestlichen bis westlichen Strömung und eher eine milde Luftmassenadvektion führen.

Das europäische Modell sieht das erwähnte Hoch viel weiter nördlicher über der Celticsee bei Großbritannien und ohne dem skandinavischen Tief aber ebenfalls mit dem kräftigen Tief über dem Mittelmeerraum, allerdings ebenfalls auf einer nördlicheren Position. Dabei zeigt das europäische Modell auch keine Hochdruckbrücke und eine eher nördliche bis nordöstliche Strömung und einer Kaltluftadvektion mit der Option zu nasskalten Wetter eventuell auch Schnee besonders in den Mittelgebirgen.

Fazit

Wir sehen das mit einem zunehmenden Abstand der Vorhersagezeiträume die Unsicherheit deutlich zunimmt und auch die verschiedenen Modellläufe und / oder Wettermodelle völlig unterschiedlich rechnen. Dabei zählt auch die Häufigkeit der Modellrechnungen. Manche erscheinen 4 mal am Tag, also alle 6 Stunden und dementsprechend sehen diese Modelllösungen innerhalb der Läufe schnell anders aus.

Die Kollegen von Kachelmannwetter haben dieses sehr eindruckvoll beschrieben und erklärt. Unter dem folgenden Link gelangen Sie zum Beitrag.

https://wetterkanal.kachelmannwetter.com/der-schwachsinn-mit-den-wintervorhersagen/

 

Alse vergessen Sie dieses Clickbaiting von wegen zu warmer Winter oder Horrorwinter und Meldungen von wegen Rekordwinter. Es ist heute noch gar nicht absehbar wie das Weihnachtswetter oder gar das Wetter zum Jahreswechsel wird.

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